Filialkirche St. Andreas in Mannsdorf

Heiter und frohgemut
 

 

(Für eine größere Ansicht
bitte auf das jeweilige Foto
klicken!)

 

Zwei
  

.....
 

Außenansichten
  

Die Bewohner Mannsdorfs sind stolz auf ihre Kirche, und das dürfen sie auch. Ein Besucher muss erst die über 20 Stufen erklimmen, erreicht dann zunächst den Friedhof und betritt schließlich das Gotteshaus. Hier strahlt ihm eine heiter wirkende Kirche entgegen, die einlädt, länger zu verweilen. Ins Auge fällt sofort die plastische Darstellung der 14 Nothelfer im Altarraum. „Früher waren sie in einen hölzernen Hochaltar eingebunden“, erzählt Mesnerin Frieda Islinger, der dann aber bei der Innenrenovierung 1974 entfernt wurde, ebenso wie die Seitenaltäre.

 

Die 14 Nothelfer in Mannsdorf
 

 

Kreuzgratgewölbe
 

Über der Heiligengruppe thront der Apostel Andreas, der in unserer Gegend oft um ein gutes Wetter angerufen wird, und von dem auch einige Wetterregeln existieren. Sein Feiertag und damit das Kirchenpatrozinium Mannsdorfs sind am 30. November. „Andreas, hell und klar, verspricht ein gutes Jahr.“ Vielleicht ist er deshalb auch mannsgroß und golden auf der Kirchturmspitze angebracht. Rundum im Altarraum stehen Heilige auf Podesten, Wandgemälde, die Bibelstellen zeigen, füllen die Lücken dazwischen. Über dem Altar schwebt die Rosenkranz-Madonna und der gesamte Altarraum ist in ein wunderbar leicht wirkendes Kreuzgratgewölbe eingebunden.

 

Der Kirchenraum mit dem ...
 

 

... Altar
 

Überhaupt wirkt der gesamte Kirchenraum froh und heiter. Frische Farben, die Seiten weiß, das Deckengewölbe in einem zarten Gelb leuchten den Augen entgegen und überall gibt es etwas zu entdecken. So sind neben dem Altar die Bibelszenen „Opferung Isaaks“ (links) und „Abraham vor Melchisedek“ (rechts) zu erkennen. Darunter der heilige Leonhard (links) und der heilige Wendelin (rechts). Links über dem Eingang für den Priester befinden sich der heilige Laurentius. Das Gitter weist auf seine qualvolle Hinrichtung auf einem Gitterrost hin. Außerdem ist dort der heilige Stephanus, der stets mit Steinen als Hinweis auf seine Steinigung dargestellt ist. Über der Sakristei ist Antonius mit dem Jesuskind abgebildet, links daneben Josef mit einem Stück Holz. Unter dem daneben befindenden Kreuz steht die Lourdes-Madonna. Nachdem die Lourdesgrotte bei der Kirche nach dem Krieg zu dem heutigen Leichenhaus umgebaut wurde, fand sie hier unterm Kreuz ihren neuen Platz.

   

Kanzelplatz
 

 

Anbau
 

 

Orgel
 

Im hinteren Teil der Kirche steht der heilige Sebastian mit sieben Pfeilen, als Hinweis auf seine Hinrichtung durch Bogenschützen. Am Altar ist für den Ambo die ehemalige Kanzel angebracht. „Sie war einfach zu schade, um sie bei der Renovierung zu entfernen. Sie passt doch wunderbar“, meint Kirchenpfleger Rudi Angerer. Aus der Fachliteratur lässt sich erfahren, dass die Kirche wohl im 17. Jahrhundert erbaut wurde und 1839 um ein Joch erweitert wurde. Mesnerin Frieda Islinger kann den Anbau genau zeigen. Turm und Kirche sind in einigen Bereichen mittelalterlich, jedoch meist barock und im 19. Jahrhundert verändert worden.

   

Wendeltreppe
 

 

Turmgebälk
 

 

Uhrwerk
 

Die Musik in den Gottesdiensten wird natürlich von der Orgel begleitet. Diese spielte seit seinem 18. Lebensjahr bis zu seinem Tod der Vater von Frieda Islinger, Anton Hurzlmeier, der noch dazu über lange Jahre den Mesnerdienst verrichtete. „Seit 80 Jahren ist die Mesnerei in unserer Familie“, erzählt Frieda Islinger stolz. Kein Wunder, dass die Frau, die bald selbst ihren 80. Geburtstag feiern darf, sagt: „Ich kenne nichts anderes.“ Nach dem Tod ihres Vaters übernahm sie nach kurzer Zeit den Mesnerdienst und ist als zuverlässige Frau bekannt. Gern erzählt sie, wie sie als Kind mit dem Vater oft in der Nacht bei Sturm auf den Dachboden der Kirche musste, damit er die sturmverwehten Dachziegel reparieren konnte. „Das Dach hätte ja eigentlich schon vor dem Krieg repariert werden müssen. Aber dann war kein Geld da und nach dem Krieg auch nicht. Erst ein paar Jahre danach wurde das Dach endlich gerichtet. Wenn mein Vater nicht so darauf geschaut hätte, wäre noch viel mehr verfallen.“

   

Mesnerin Frieda Islinger
 

 

Historische Messgewänder ...
 

 

... wunderschön
 

Über der Sakristei befindet sich der Raum, in dem früher die Honoratioren, wie Jagdpächter, dem Gottesdienst beiwohnten. Eine alte grüne schmiedeeiserne Wendeltreppe führt hinauf. Hier kann man auch wunderbare historische Messgewänder entdecken. Filigran mit Hand bestickt, weisen sie Goldfäden und feinste Verzierungen auf. Beim Aufsteigen in den Turm wird es eng. Enge Treppen und Leitern müssen passiert werden. Man kommt an einem alten Uhrwerk und an zwei Glocken vorbei und kann schließlich das Gebälk des achteckigen Turms von innen bewundern.


  SeitenanfangTop
 
 Text & Fotos: Anita Beutlhauser
 Erstellt: 15.06.2008

übersicht "Filialkirchen"  Übersicht Filialkirchen

back  zurück